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Postmoderner Antirassismus als Weltanschauung – eine Kritik von Ingo Elbe

3. November 2020 um19:00 - 21:00

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Antirassistische Theoriebildung sollte den Anspruch haben, ein ebenso verbreitetes wie vielgestaltiges Herrschaftsphänomen zu analysieren und Möglichkeiten seiner Abschaffung aufzuzeigen. Es stellt sich – und zwar bei führenden Vertretern des Antirassismus weltweit, der inzwischen weitgehend poststrukturalistisch fundiert ist – allerdings heraus, dass Antirassismus zur Weltanschauung mutiert ist, die partiell gültige Aussagen unzulässig verallgemeinert, empirische Analysen durch starre Theorieschablonen ersetzt, inkonsistente, machtreduktionistische und kulturrelativistische Erkenntnistheorien zugrunde legt und über weite Strecken von volkspädagogischen Absichten und politischen Ressentiments geleitet wird. So gehören vor allem die Dethematisierung des politischen Islams und die antizionistische Agitation gegen Israel inzwischen zum guten Ton vieler antirassistischer Theoretikerinnen und Theoretiker sowie Aktivistinnen und Aktivisten.
Der Vortrag gibt einen Überblick über Faktoren, die das wichtige Anliegen einer Analyse rassistischer Herrschaftsmechanismen in eine starre Weltanschauung verwandelt haben.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Letzte Publikationen: Gestalten der Gegenaufklärung. Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existentialismus und Postmoderne. Würzburg 2020; “… it’s not systemic”. Antisemitismus im akademischen Antirassismus. In: T. Amelung (Hg.): Irrwege. Analysen aktueller queerer Politik, Berlin 2020. The Anguish of Freedom. Is Sartre’s existentialism an appropriate foundation for a theory of antisemitism? In: Antisemitism Studies/April 2020. Online-Texte unter: www.rote-ruhr-uni.com

Die Veranstaltung findet über Zoom statt und ist aus technischen Gründen leider auf 100 Teilnehmer*innen begrenzt. Da es  ein sehr großes Interesse an der Veranstaltung gibt, bitten wir euch  eine verbindliche Anmeldung an info@falken-jena.de zu schicken. Ihr bekommt den Zoombeitrittslink dann per Mail zugesandt.

* Falls du zur Teilhabe an einer der Veranstaltungen Kinderbetreuung in Anspruch nehmen möchtest, melde Dich bitte unter info@falken-jena.de.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe – Materialistische Rassismuskritik

28.10. 19 Uhr Peter Schulz: Hakennase, Ungeziefer, Weltverschwörung – Das Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus (Kooperationsveranstaltung mit Junges Forum (JuFo) DIG Jena)
https://fb.me/e/3xDl8lCCe
 
3.11. 20 Uhr Ingo Elbe – Postmoderner Antirassismus als Weltanschauung – eine Kritik
 
12.11. 20 Uhr Bafta Sarbo – Materialistische Rassismuskritik
20.11.20 Uhr Fatma Kar – Diskriminierung statt Befreiuung für alle?
24.11. 20 Uhr Voijin Saša Vukadinović, Janina Marte und Ali Tonguç Ertuğrul – Buchvorstellung “Freiheit ist keine Metapher”
4.12. 20 Uhr Dennis Schnittler – Negrophobie. Grundsätzliches zum Rassismus gegen schwarze Menschen. Mit einem besonderen Augenmerk auf die aktuellen BLM-Proteste
15.12. 20 Uhr Ronya Othmann – Kritik an Islamismus. Tödliche Ideologie

Details

Datum:
3. November 2020
Zeit:
19:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Zoom

Veranstalter

Falken Jena