Widersetzen: Ende der Postautonomen?
AG Treffen, Deli Plenum, Mobi Aktion, Haustürgespräche und letztendliche eine profesionell choreographierte Aktion Zivilen Ungehorsams – für viele ist sinnvoller linker Aktivismus kaum noch anders vorstellbar.
Doch wie kam es, dass die Antifa Bewegung, die in den 80ern noch für Radau und brennende Autos bekannt war, heute der Struktur nach kaum noch von einem modernen Start-up unterscheidbar ist? Um das zu verstehen, möchten wir einen genaueren Blick auf die Geschichte der Postautonomen werfen.
Die in den 90ern entstandene postautonome Bewegung kann als der Versuch der radikalen Linken verstanden werden aus dem Elend autonomer wie autoritärer Politik auszubrechen, durch Anschlussfähigkeit in die Gesellschaft hineinzuwirken und neue Ansätze für kollektiv erstrittene Emanzipation zu suchen.
Anschlussfähigkeit bis hin zu Parteien der „Mitte“ und auch einige eindrucksvolle Aktionen haben die Postautonomen zweifelsfrei vorzuweisen. Doch trotz mittlerweile (wieder) zehntausender auf der Straße scheinen wir der angestrebten Emanzipationen keinen Schritt näher gekommen zu sein. Stattdessen schwinden linke und subkukturelle Räume, von der radikalen Kritik an den herrschenden Verhältnissen ist, abseits ebendieser Phrase, kaum noch etwas übrig geblieben und eine Diskursverschiebung hat hauptsächlich nach rechts stattgefunden.
Anhand des Beispiels Widersetzen versuchen wir aufzuzeigen, wie die Autonomie durch den Neoliberalismus verwaltbar und letztlich kontrollierbar wurde.
In unserem Vortrag wollen wir somit nicht nur eine Einführung in die postautonome Debatte und Bewegungsgeschichte geben, sondern mit der Kritik auch eine Grundlage für eine gemeinsame Diskussion ihrer emanzipatorischen Potenziale legen. Wir möchten anhand des Beispiels Widersetzen ihren neoliberalen Politik-Modus diskutieren und gemeinsam überlegen, ob eine politische Erneuerung der Bewegung möglich ist oder stets die gleiche Selbstzweck-Dynamik füttert.
Im Anschluss an den Vortrag gehen wir gemeinsam in eine Kneipe oder zum Späti.
Die Veranstaltung wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen unterstützt.